Icke über Ich
Im Jahre 1973 wurde ich in Berlin in das Buch des Lebens gekritzelt und verbrachte meine Kindheit in den östlichen Randbereichen dieser Stadt. Dabei prägten mich die festen Rituale des vorstädtischen Lebens (Fahrradunfälle auf dem „Sprunghügel“ am Kiessee, Prügeleien mit Egon, Rauchen ab dem 13. Lebensjahr).Die Schulzeit lehrte mich vor allem, das Abwarten der Schulstunden durch Bekritzeln meiner Heftränder zu verkürzen. Außerdem konnte ich meine Fähigkeiten im Rauchen vertiefen.
Das Studium der Landschaftsarchitektur in Dresden nutzte ich wieder, um nun auf professionellen Studentenschreibblöcken neue Figuren zu erfinden. Richtig zeichnen habe ich leider nie gelernt (wie man eindrucksvoll an den armen, auf wenige Striche reduzierten „Helden“ Egon & Udo sieht). Das hielt mich allerdings nicht davon ab, einige Comics und Cartoons zu zeichnen, die nun bei mir im Regal liegen, weil ich sie niemandem zeigen kann aber auch nicht wegschmeißen will.
Nachdem ich mein Glück zunächst als Sozialhilfeempfänger und dann als Bauleiter versucht hatte, studiere ich nun Theologie in Berlin. Ein tolles Studium, allerdings habe ich mich hinsichtlich meiner Erwartungen, nun wieder mehr Zeit für Comics zu haben, etwas verkalkuliert und da mich das Studium interessiert, bleiben die Seitenränder meist leer. Nun lebe ich seit 1998 im Prenzlauer Berg in Berlin. Willig gehorche ich den ungeschriebenen Gesetzen meines Wohnbezirks und ziehe alle zwei Jahre um.
Die Lektüre von Comics half mir schon früh, mit dem geborgenen aber strunzlangeiligen Vorstadtleben klarzukommen und boten mir willkommene Fluchtmöglichkeiten in meine inneren Traumwelten. Als festes gallisches Dorfmitglied (Straussfix) bekam ich regelmäßig meinen Zaubertrank und als dritter Neffe von Onkel Dagobert lernte ich es, Gustav Gans zu hassen. Immer wieder fühlte ich mich berufen, selber zum Zeichenstift zu greifen und Helden, wie Tim, Foxi oder Califax zum Leben zu erwecken. Für diese frühesten Werke gibt es ein Geheimversteck hinter einer Tapetentür, da sie beim besten Willen nicht vorzeigbar sind.
Die Serie Egon & Udo vereint Abenteuer aus meinem tatsächlichen Leben, die aber stark durchsetzt sind von den „neuen“ Erlebnissen, dieser zwei Flitzpiepen, die immer mehr Selbständigkeit entwickeln. Auch der immer wieder auftauchende Charlie lehnt sich an einen realen, alten Kater an, dessen Körperfülle mit „übergewichtig“ allerdings sehr wohlwollend umschrieben ist.
Veröffentlichungen
1996 Cartoons im „Stadtigel“ (Zeitschrift der Grünen Liga in Zwickau)1996 Mitherausgabe des Comicmagazins „SCHRÖDER – Das Magazin für primitive Bildserien“ in Dresden (leider nach der erfolgreichen Nullnummer sanft entschlafen)
1999 Ausstellung „Bei Hempels – Die Comicetage“ in Berlin, zusammen mit EPIDERMOPHYTIE und MAWIL, Herausgabe eigener Comics unter dem Titel: „Die Abrechnung“
April 2004 Start der Egon & Udo - Website dank des Webdesigners F.S.N
April 2005 Ausstellung zum einjährigen Bestehen von Egon & Udo, Herausgabe des Jahrgangs als Heft, sowie „Schrott und Haarwuchsmittel“ mit Texten, Comics und Cartoons
Seit 2005 Mitglied im „Comiquarium“
2005/2006 Veröffentlichung von Comics im „P-Berg, dem Magazin für den Prenzlauer Berg“ , das inzwischen leider den Betrieb eingestellt hat.







